Ruhe war gestern: Gesundheitsrisiko Infraschall

In einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes heißt es, dass negative Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen werden können. Windkraftanlagen gehören zu den größten Industrieanlagen unserer Zeit, die Infraschall erzeugen und kilometerweit streuen.

Infraschall, das sind weitgehend unhörbare Luftschwingungen (Druckschwankungen) mit sehr tiefen Frequenzen unter 100 Hertz. Diesen Schwingungen werden Anwohner von Windkraftanlagen permanent ausgesetzt.

Die ärztlichen Erfahrungen mit existierenden Windkraftanlagen zeigen, dass ca. 20% der Anwohner durch Infraschall negativ in Mitleidenschaft gezogen werden. Obwohl zum Teil gar nicht hörbar kann Infraschall Menschen um den Verstand bringen: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Migräne, Schwindel, Übelkeit, Burn-Out-Symptome, Angstzustände, Herz-Kreislauf-Probleme, Tinnitus . . .

Wen und wie es die Bürger im Ulfenbachtal treffen wird, das kann heute keiner vorhersagen und dies will auch niemand wirklich wissen. Deshalb kämpfen wir gegen unkalkulierbare Gesundheitsrisiken, die die geplanten Windkraftanlagen auf den Höhenrücken über dem Tal mit sich bringen würden.

Es folgt eine informative Reportage über Infraschall von Spiegel TV Magazin aus dem Jahr 2015 sowie ein Erfahrungsbericht einer Familie aus Unterfranken.

Spiegel TV Magazin, 7.6.2015

 

Erfahrungsbericht der Familie Fuhrmann,

eine Veranstaltung der BI Gegenwind Sindelbachtal, 8.3.2015

Flurschaden - Der Aufstand gegen die Windkraft

Cicero, das Magazin für politische Kultur, beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe 6/2016 mit dem rasanten Wachstum von Windkraftanlagen im Lande und dem ebenfalls rasant anwachsenden Widerstand gegen die immer höher werdenden Monsteranlagen. In "Stahlwäldern" wird einerseits saubere Energie erzeugt, auf der anderen Seite aber auch jahrhundertealte Kulturlandschaft verschandelt und Lebensräume ruiniert.

Aus dem Editorial (Inhaltszusammenfassung):

Der Autor Christoph Scheuring beschreibt, wie sich der Widerstand gegen ausufernde Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein formiert und er stellt die Frage, ob die Energiewende nicht aus dem Ruder läuft, weil Windenergie zwar einerseits das Reine, Gute und Anständige sei,  anderseits mit ihr wegen der immensen Subventionen so unanständig viel Geld zu verdienen ist, dass sie das Schlechteste aus den Menschen kitzelt.

Im Interview prangert Dirigent, Großgrundbesitzer und ehemaliger Windkraftfreund Enoch zu Guttenberg an, dass die Windkraftexpansion eine große Geschäftemacherei im Deckmäntelchen des Guten sei. "Bei der Windkraft werden Milliarden verschoben. Alle wollen kassieren. Kommunen durch Steuern, Bürgermeister und Lokalpolitiker als Geschäftsführer von Windparks, Umweltverbände durch Gutachtenaufträge". Ein Filz so grün und fest wie ein Lodenmantel.

 

Die Ciciero-Artikel können online nachgelesen werden. Eventuell muss man seine E-Mailadresse angeben und bekommt dann den Freischalte-Link zugemailt.

  1.  "Wer Wind sät" von Christoph Scheuring
    Die Windkraft soll in Deutschland den Strom aus Atom und Kohle ersetzen. Mittlerweile spaltet sie ganze Regionen. Der Widerstand wächst
    https://blendle.com/i/cicero/wer-wind-sat/bnl-cicero-20160526-22924

  2. "Mit Wind und Sonne" von Christoph Scheuring
    Mit dem schnellen Ausstieg aus der Atomenergie hat Deutschland einen Sonderweg beschritten. Doch die Energiewende entwickelt sich zur Farce. Die Klimaziele könnten verfehlt werden
    https://blendle.com/i/cicero/mit-wind-und-sonne/bnl-cicero-20160526-22932

  3. „der Filz ist nicht mehr schwarz, sondern grün“ Interview mit Enoch zu Guttenberg
    Einst stritt der Dirigent und Großgrundbesitzer gegen die Atomkraft, jetzt kämpft er gegen Windräder
    https://blendle.com/i/cicero/der-filz-ist-nicht-mehr-schwarz-sondern-grun/bnl-cicero-20160526-22938

Interessen abgewogen: 10H Regel in Bayern verfassungskonform

In Bayern hat der Vewaltundgerichtshof die Klagen gegen das bayerische Windkraftabstandsgesetz abgewiesen. Damit gilt die 10H-Regel als verfassungsgemäß. Sie besagt, dass eine geplante Windkraftanlage mindestens zehn Mal so weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt sein muß, wie das Windrad hoch ist. Damit wird dem Anwohnerinteresse bei immer höher werdenden Windkraftanlagen Rechnung getragen. 

 

In der Begründung des Gerichts heißt es, dass der Landesgesetzgeber zwar keinen so hohen Mindestabstand erlassen darf, dass Windkraftanlagen im Baugesetz vollständig entprivilegiert werden. Diese Grenze sieht der Verfassungsgerichtshof jedoch nicht überschritten. Dabei verweist das Gericht auf die Möglichkeit, die Windräder auch niedriger zu bauen. Dass sie dadurch weniger rentabel werden, sei verfassungsrechtlich nicht relevant. Weiter heißt es in der Begründung, die 10H-Regel schränke das Eigentumsrecht zwar ein, jedoch in zulässigem Umfang. Der Gesetzgeber verfolge das legitime Ziel, die Akzeptanz der Windkraft zu erhöhen.

Für die geplanten 212 Meter hohen Anlagen im hessischen Ulfenbachtal wäre nach bayrischen Maßstäben somit ein Mindestabstand von 2120 Metern geboten. Eingehalten werden 1000 Meter.

Weiter Informationen zur 10H-Regel und zum Urteil gibt es beim BR hier.